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Kein "Analog-Käse" bei saarländischen Herstellern    
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- Kein „Analog-Käse“ bei saarländischen Herstellern
- Nur geringe Mengen des Imitats im Großhandel
- Über 70 Betriebe wurden im Rahmen einer Sonderkontrolle kontrolliert

„Im Rahmen einer Sonderkontrolle durch die saarländischen Lebensmittelkontrolleure konnten bei den saarländischen Lebensmittelbetrieben und im Handel keine Produkte mit „Analogkäse“ festgestellt werden. Kontrolliert wurden in den letzten Wochen insgesamt 70 Betriebe, darunter auch kleinere Verkaufsstellen wie Tankstellen-Shops, Imbisse, Bäckereifilialen, Speisegaststätten, Restaurants, Pizzerien sowie Pizza-Bringservice, Hersteller sowie Groß- und Einzelhandel. Ich bin froh, dass saarländische Hersteller offenbar auf die Verwendung des Käseimitats verzichten. Nur bei einem Großhändler fanden die Kontrolleure 40 Kilogramm „Analog-Käse“, so Gesundheitsminister Prof. Dr. Gerhard Vigener.
Bei der Kontrolle wurden 22 Proben Käse entnommen und im Hinblick auf eine mögliche Verfälschung mit nicht der Milch entstammenden Bestandteilen untersucht. Im Rahmen dieser Aktion erwiesen sich alle untersuchten Proben als Käse oder Käseerzeugnisse. Imitate wurden nicht vorgefunden. Neben der Kontrolle der Kennzeichnung erfolgte auch eine Nachschau bei Fertigprodukten und der Auslobung auf Preislisten und Speisekarten.

Als „Kunstkäse“ oder „Analogkäse“ bezeichnet man Imitate von Käse, die nicht oder nur zu einem Anteil aus Milch oder Milchprodukten hergestellt werden. Dabei wird das Milchfett durch andere tierische oder pflanzliche Fette ersetzt, zum Teil auch das Milcheiweiß durch solches anderer Herkunft. Der Käse ist nicht gesundheitsschädlich und darf auch bei richtiger Kennzeichnung vertrieben werden. Wichtig ist, dass Betriebe bei der Verwendung des Imitats dies für die Verbraucher auch deutlich kenntlich machen.

Der erste „Kunstkäse“ wurde Ende des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten entwickelt und auch bald in Europa produziert. Zur Herstellung wurde durch Zentrifugieren gewonnene Magermilch mit flüssigem Rindertalg (Oleomargarin) vermischt und mit Lab dickgelegt. Der so gewonnene Käse war durch den Ersatz des Milchfetts durch den preiswerteren Rindertalg deutlich billiger als herkömmlicher Käse.

Für heutige „Kunstkäse“ dienen meist Wasser, Milch-, Soja- oder Bakterieneiweiß und Pflanzenöle wie Palmöl als Grundstoffe, teils auch Stärke. Weitere Zutaten sind Emulgatoren, Aroma- und Farbstoffe, Salz und Geschmacksverstärker, um Geschmack und Aussehen an Vorbilder wie Parmesan, Emmentaler, Mozzarella, Feta oder Camembert anzunähern. Da kein Reifungsprozess notwendig ist, ist die Produktionsdauer gegenüber echtem Käse stark verkürzt.

„Eine Kennzeichnungspflicht für die Verwendung von „Kunstkäse“ besteht nicht. Vielmehr ist es nach der Gemeinsamen Marktordnung 1234/2007 der EU, in der unter anderem der Schutz der Bezeichnung der Milch und Milcherzeugnisse bei ihrer Vermarktung geregelt ist, unzulässig, Erzeugnisse, bei denen Milchfett gegen pflanzliches Fett ausgetauscht wurde, im Handel mit dem Namenszusatz „Käse“ zu bezeichnen“, so Vigener. Daher sind Bezeichnungen wie „Kunstkäse“, „Analogkäse“ oder „Käseimitat“ nicht gestattet.
































































































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