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Die Region „Landschaft der Industriekultur Nord“ hat am 23. Juni in Bonn im Rahmen eines Festaktes den Preis des Bundeswettbewerbs „IDEE.NATUR - Zukunftspreis Naturschutz“, einen Förderbescheid zur Umsetzung ihres Projektes, entgegengenommen. Mit den Mitteln werden zunächst der Aufbau der Verwaltung und die Erstellung des Pflege- und Entwicklungsplanes finanziert.
Eine interdisziplinär besetzte Jury hatte den Projektantrag der Region am 20. Mai als einen von fünf Wettbewerbsbeiträgen zur sofortigen Umsetzung ausgewählt. Damit hatte sich die Region gegen 122 Mitbewerber durchgesetzt.
„Ich gratuliere der Region herzlich zu diesem großartigen Erfolg“, so Umweltminister Stefan Mörsdorf. „Zum ersten Mal steht nun bei einem Naturschutzgroßprojekt des Bundes nicht der Erhalt einer klassischen Kulturlandschaft, sondern der Schutz von wilder Industrienatur im Vordergrund. Die Landschaft, die uns Kohle und Stahl hinterlassen hat, wurde von einer wilden, spannenden Natur wieder in Besitz genommen hat. Diese gilt es nun im Sinne einer nachhaltigen Regionalentwicklung zu bewahren und zu nutzen.“ Minister Mörsdorf dankte der RAG Montan Immobilien GmbH, die die Erstellung des Wettbewerbskonzeptes maßgeblich unterstützt hatte.
Im Projekt „Landschaft der Industriekultur Nord“ haben sich die Gemeinden Illingen, Schiffweiler, Merchweiler, Quierschied, die Städte Friedrichsthal und Neunkirchen sowie die Industriekultur Saar (IKS) zusammengeschlossen, um eine zukunftsfähige Entwicklung der altindustriellen und vom Bergbau geprägten Landschaft zu gestalten. Das Gebiet dieser Städte und Gemeinden stellt einen bundesweit beispielhaften Ausschnitt der Bergbaufolgelandschaften des Unter-Tage-Bergbaus dar.
Das Gestaltungskonzept, das im Rahmen des Wettbewerbes erarbeitet wurde, zeigt Möglichkeiten für den Erhalt und die Inwertsetzung dieser Landschaft auf. Es sieht „Natur“ bzw. Naturschutz als Impulsgeber und treibende Kraft für die Neuorientierung der Region. Bergbau- und Eisenindustrie waren bislang die prägenden Kräfte. Als wichtigste Arbeitgeber stifteten sie Identität, mit ihrem Wirken veränderten sie die Landschaft. Nach ihrem Rückzug hat sich in einem natürlichen Prozess eine Industrienatur von ökologisch und ästhetisch hoher Qualität entwickelt. Dieses Potenzial gilt es nun in Wert zu setzen, d.h. nach Bergbau und Eisenindustrie die Natur als neuen „Arbeitgeber“ der Region zu entdecken und damit der Bevölkerung neue Perspektiven zu eröffnen. Das Konzept der Landschaft der Industriekultur Nord verfolgt dabei nicht einseitig eines der aktuellen Naturschutzparadigmen, sondern bildet eine Synthese aus Erhaltung und Wiederherstellung, Naturdynamik und Umdeutung von Natur und Landschaft.
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