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Am 30. Juni findet im Weltkulturerbe Völklinger Hütte in Völklingen die Fachtagung „Grenzüberschreitende Verflechtungsräume“ statt. Im Rahmen der internationalen Fachtagung werden Rolle und Entwicklungsperspektiven der grenzüberschreitenden Verflechtungsräume in Deutschland, den Nachbarstaaten und in Europa näher beleuchtet.
Der Veranstalter, die Initiative „Grenzüberschreitende Verflechtungsräume“, sucht nach Wegen, die Stärken dieser Regionen offensiv zu fördern, die Wettbewerbs- und Handlungsfähigkeit zu verbessern und die grenzüberschreitenden Verflechtungsräume in den Fokus der europäischen und nationalen Raumentwicklungspolitiken zu setzen.
„Grenzüberschreitende Verflechtungsräume liegen in der Wahrnehmung der Nationalstaaten sozusagen „am Rand“ und werden in der jeweils nationalen Raumordnung und Politik nicht adäquat wahrgenommen“, so Umweltminister Stefan Mörsdorf. „Dies steht in krassem Gegensatz zu ihrer ökonomischen, sozialen und kulturellen Bedeutung sowie zu ihrer Rolle im Zusammenhang mit der europäischen Integration. Mit dem Projekt möchten wir daher die spezifischen Entwicklungspotenziale und –chancen dieser Grenzräume herausarbeiten und verdeutlichen.“
Die Regio Aachen, die Regionalverbände Mittlerer Oberrhein, Südlicher Oberrhein, Hochrhein-Bodensee und Bodensee-Oberschwaben sowie das Saarland starteten 2008 gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) eine Initiative, um die spezifischen Entwicklungspotenziale der grenzüberschreitenden Verflechtungsräume aufzuzeigen und diese in den nationalen und europäischen Politiken besser zu verankern. Bearbeitet werden die Handlungsfelder:
- Selbstverständnis und Profil der Grenzräume stärken
- Die besonderen Potenziale der Grenzregionen fördern; die Wettbewerbs- und Handlungsfähigkeit verbessern
- Grenzüberschreitende Kooperation und effektive Governance-Strukturen unterstützen
- Im Netzwerk gemeinsam handeln
- Vom Rand in den Fokus – Grenzregionen besser positionieren
Die Fachtagung dient im Rahmen der Initiative dazu,
- das MORO-Projekt und auch erste Ergebnisse vorzustellen,
- das Vorhaben in den Kontext der europäischen Diskussionen um Metropolregionen und grenzüberschreitende Kooperation zu stellen,
- den Austausch mit den europäischen Nachbarn zu initiieren sowie
- auf die Bedeutung der wachstumsstarken Grenzregionen aufmerksam zu machen.
Die Initiative wird als Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) im Kontext des MORO-Forschungsfeldes „Überregionale Partnerschaften“ (BBR 2008) bis Ende 2010 gefördert.
Hintergrund
Im Unterschied zu eher ländlich strukturierten Grenzregionen handelt es sich bei grenzüberschreitenden Verflechtungsräumen um wirtschaftsstarke Regionen, die teilweise auch metropolitane Funktionen aufweisen. Ein herausragendes Merkmal sind intensive Verflechtungen über nationale Grenzen hinweg, beispielsweise Berufspendler. Zu diesen Regionen gehören u.a. die Euregio Maas-Rhein, die Großregion SaarLorLux, die Oberreheinregion und die Bodenseeregion.
Wichtiges Ziel des MORO-Forschungsfeldes „Überregionale Partnerschaften“ ist es, den strategischen Ansatz der „großräumigen Verantwortungsgemeinschaften“ für die Umsetzung des Leitbildes „Wachstum und Innovation“ der Raumordnung des Bundes und der Länder nutzbar zu machen. Im Rahmen (über)regionaler Kooperationen und Partnerschaften sollen Wege für einen kreativen und innovativen Umgang mit der neuen räumlichen Dimension und der wachsenden raumstrukturellen Komplexität von Metropolregionen und Verflechtungsräumen aufgezeigt werden. Sowohl die Metropolräume des Leitbilds „Wachstum und Innovation“ als auch die grenzüberschreitenden Verflechtungsräume zeigen in ihrer Gebietskulisse eine hoch differenzierte Raumstruktur, die von metropolitanen Kernen bis zu peripheren, ländlich strukturierten Räumen unterschiedlichste Raumtypen einschließt. Es bedarf eines neuen Planungsverständnisses, das ebenen- und akteursübergreifend sowohl regions- als auch projektbezogene überregionale Partnerschaften fördert. Der Ansatz der „großräumigen Verantwortungsgemeinschaften“ soll sich somit als neues Instrument einer auf Kohärenz, Entwicklung und Ausgleich orientierten Raumordnungspolitik etablieren. Stadt-Land-Partnerschaften sind auf europäischer Ebene hierzu ein wichtiger Baustein.
Nähere Informationen zu Grenzüberschreitenden Verflechtungsräumen finden Sie im Internet unter www.saarland.de/49383.htm
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