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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz vom 8. September 2009
Die Deutschen essen zu wenig Obst und Gemüse - dieses Ergebnis der zweiten Nationalen Verzehrsstudie ist keine Überraschung. Aber: Rund ein Drittel aller Befragten greift laut Studie auf Nahrungsergänzungsmittel und nährstoffangereicherte Arzneien zurück und gibt für die Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen 1,5 Milliarden Euro jährlich aus. Dies zeigt, wie erfolgreich das Marketing der Vitaminlobby ist. "Es genügt nicht einen mangelhaften Obst und Gemüseverzehr durch die Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln aufzubessern", stellt Waltraud Fesser, Ernährungsreferentin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, klar. "Isolierte Vitamine und Mineralstoffe können Obst und Gemüse nicht ersetzen."
Täglich 250 Gramm oder zwei Hände voll Obst empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) - diese Menge erreichen nur knapp vier von zehn der insgesamt 19.329 Befragten. Ungünstiger noch sieht es bei Gemüse aus: Hier liegen 87 Prozent der Befragten unter der DGE-Empfehlung von 400 Gramm pro Tag. Unkompliziert, aber mitunter teuer, wird ungesunde Ernährung mit nährstoffangereicherten Getränken oder Vitamin- und Mineralstoffpräparaten geschönt. Über Risiken und Nebenwirkungen wird kaum gesprochen und selten ist der Hausarzt über die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln informiert.
Obst und Gemüse enthalten neben Vitaminen und Mineralien viele andere Inhaltsstoffe, vor allem sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe, die in angereicherten Lebensmitteln und Nährstoffpillen fehlen. Untersuchungen haben gezeigt, dass gerade die natürliche Mischung, täglich fünf Portionen Gemüse und Obst - möglichst bunt zusammengestellt-, am besten ist. Gelegentlich eine Portion durch Saft zu ersetzen, ist kein Problem, so Fesser. Doch auch Saft oder Smoothies liefern nicht das gesamte Spektrum wertvoller Substanzen wie frisches Obst und Gemüse - und sie machen nicht so satt.
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