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Die Pilzsaison hat begonnen. Für das Sammeln von Pilzen gilt, was auch für viele andere Lebensbereiche gilt: Sachkunde zählt. Fachgerechtes Sammeln der Fruchtkörper für den eigenen Verzehr, wie es nach dem Naturschutzgesetz zulässig ist, gefährdet die Pilzflora nicht.
Außerdem sollten Sammler nur Pilze sammeln, die sie wirklich kennen, die sich zweifelsfrei identifizieren lassen und bei denen man sicher ist, dass sie essbar sind. Madige, alte durchnässte "Kandidaten" sollten im Wald stehen bleiben.
Als Transportmittel beim Sammeln empfiehlt sich ein Korb - in Plastiktüten und luftdichten Behältnissen werden die Pilze leicht zerdrückt und verderben schnell. Weiterhin gilt: Nur soviel mitnehmen, wie man sofort verwerten kann - zubereitete Pilzgerichte sollten noch am gleichen Tag verzehrt werden. Und "last not least", Pilzspeisen nicht länger als ein bis zwei Tage im Kühlschrank lagern.
Eine Pilzberatungsstelle im Informationszentrum des Naturparks Saar-Hunsrück e.V. in Weiskirchen ist jeweils dienstags und freitags von 17.30 bis 19.30 Uhr sowie montags von 10.30 bis 12.30 Uhr geöffnet (Tel.: 06872/921262). Dort können Interessierte noch bis zum 30. Oktober die gesammelten Pilze sicher bestimmen lassen. Für eine sichere Pilzbestimmung beim Sachverständigen ist immer der vollständige Fruchtkörper erforderlich.
Bei Verdacht auf Pilzvergiftung sofort zum Arzt oder ins nächste Krankenhaus. Die Vergiftungszentrale an der Uniklinik Homburg ist unter der Tel.: 06841/19240 rund um die Uhr erreichbar.
Hintergrund:
Pilze nehmen in den unterschiedlichen Lebensräumen Schlüsselfunktionen im Naturhaushalt ein. Als Pflanzen ohne Blattgrün (Chlorophyll) beziehen sie ihre Energie nicht direkt von der Sonne, sondern aus der Umsetzung organischer Substanzen. So sind sie im ökologischen Kreislauf nicht selten regelrechte "Abfallverwerter", die sich buchstäblich um jeden Dreck kümmern. Dabei verwerten sie auch Stoffe, die für Tiere unverdaulich sind, etwa Zellulose und Chitin.
Ihre Funktion als abbauende aber auch aufbauende Organismen bringt es mit sich, dass viele Pilze sehr eng an andere Organismen gebunden sind. So leben die meisten Hutpilze des Waldbodens in Symbiose mit den Wurzeln der Laub- und Nadelbäume, viele auch mit den Wurzeln krautiger Pflanzen in einer engen Lebensgemeinschaft zu beiderseitigem Nutzen. Störungen und Belastungen des Ökosystems Wald wirken sich deshalb nicht nur über den Boden, sondern auch über deren Partner auf die Pilzorganismen aus.
In der aktuellen Checkliste der Pilze des Saarlandes sind insgesamt 2881 Arten bzw. Unterarten (Taxa) aufgeführt und in der Roten Liste 59 Arten herausgestellt, für die das Saarland eine besondere Verantwortung trägt.
Neben den Auswirkungen von Stoffeinträgen aus der Luft (z.B. Stickstoffverbindungen), die Bodenversauerungen, aber auch verstärkt Insekten- und Schadpilz-Kalamitäten nach sich ziehen, ist die seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts spürbare und verstärkt fortschreitende Erwärmung des Klimas einer der bedeutendsten Faktoren bei der Veränderung der Pilzflora. Sie kann sich für viele wärmeliebende Arten vorteilhaft, für viele bisher vorkommende, an das vorher kühlere Klima angepasste Formen jedoch negativ auswirken.
Eine nachhaltige, auf Naturverjüngung der Laubwälder aufbauende, naturnahe Waldwirtschaft mit plenterartiger Nutzung bietet die beste Voraussetzung für die Sicherung der Standorte bzw. die Etablierung neuer Vorkommen seltener Pilz-Arten und erhöht damit gleichzeitig auch die Stabilität dieser Wälder.
Weitere Informationen:
Die Rote Liste ist als Band 4 der Atlantenreihe im Zentrum für Biodokumentation erhältlich: www.biodokumentation-saarland.de
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