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Am 13. November erhielten die Siegerdörfer des 23. Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft" in Bietzen aus den Händen von Umweltstaatssekretär Klaus Borger und dem Vorsitzenden der Landesjury, Gerd-Rainer Damm, ihre Urkunden und Medaillen.
Bietzen (Stadt Merzig) wurde als Golddorf ausgezeichnet, Silber-Medaillen gingen an Auersmacher (Gemeinde Kleinblittersdorf), Einöd (Stadt Homburg) und Piesbach (Gemeinde Nalbach) und mit Bronze wurden Grügelborn (Gemeinde Freisen) und Mainzweiler (Stadt Ottweiler) bedacht.
„Der ländliche Raum und unsere Dörfer sind heute großen Veränderungen und Herausforderungen unterworfen. Wir können diese Entwicklung bedauern, beunruhigt abwarten, was uns die Zukunft bringt, nach der Hilfe der öffentlichen Hand rufen - oder unsere Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, diese Veränderungen als Chance zur Gestaltung ihrer Dörfer zu nutzen,, so wie die Bietzener Dorfgemeinschaft den demographischen Wandel als lösbare Herausforderung angenommen hat und mit ihren Lösungsansätzen die Landesjury überzeugt hat“, so Umweltstaatssekretär Klaus Borger bei der Begrüßung. „Der bundesweite Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ist hier Ansporn und Chance zugleich, mit einer nachhaltigen und positiven Dorfentwicklung zu beginnen oder sie weiter zu führen. Ich kann nur alle Dörfer ermutigen, sich diesem Wettbewerb zu stellen.“
Die Verleihung der Urkunden und Medaillen fand im Rahmen einer Feier im katholischen Pfarrheim St. Martin statt. Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich und Oberbürgermeister Dr. Alfons Lauer überbrachten Grußworte. Prof. Dr. Dr. Olaf Kühne referierte über die „Die Zukunftsfähigkeit saarländischer Dörfer vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Herausforderungen“. Die Vorstellung der prämierten Dörfer erfolgte durch den Vorsitzenden der Landesjury.Gerd-Rainer Damm. Der Kath. Kirchenchor Cäcilia Bietzen, der Musikverein Cäcilia Bietzen und das Harmonika Orchester Bietzen gestalteten das musikalische Rahmenprogramm.
Hintergrund
Insgesamt 80 Dörfer aus den Landkreisen und dem Regionalverband hatten sich im vergangenen Jahr am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ auf Kreisebene beteiligt. In jedem Kreis konnte sich ein Dorf für die jetzt abgeschlossene Runde auf Landesebene qualifizieren, so dass die 13-köpfige Landesjury in der Endrunde sechs Dörfer zu bewerten hatte. Sie kürte Bietzen am 27. August zum Golddorf. Die Bietzener Dorfgemeinschaft hatte die Jury durch einen gesamtheitlichen Ansatz auf allen für den Wettbewerb relevanten Ebenen überzeugt. Besonders hervorzuheben sind die Bürgerbeteiligung und die Bürgerbefragung, die auch die Kinder und Jugendlichen berücksichtigte, die Aktion Ehrenamt und die besondere Berücksichtigung des demographischen Wandels. Dieser wird in Bietzen nicht als große Gefahr, sondern als lösbare Herausforderung angesehen, beispielsweise beim Mehrgenerationenhaus.
Bietzen wird das Saarland nun beim Bundesentscheid 2010 vertreten.
Ziele des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ sind die Stärkung bürgerschaftlichen Engagements, die Entwicklung gemeinsamer Perspektiven für das Dorf unter Bündelung vorhandener Kräfte und Ideen sowie Einbeziehung der Generationen, die Stärkung der dörflichen Identität und der Schutz von Natur und Umwelt
Die beteiligten Dörfer profitieren in mehrfacher Hinsicht von ihrer Wettbewerbsteilnahme:
- Die Kräfte und Ideen in den Dörfern werden durch neue, gemeinsame Ziele gebündelt; das Engagement der Bürger, lokaler Unternehmen, Vereine, Initiativen und Gemeindeverantwortlichen wird angeregt.
- In den Dörfern werden Programme entwickelt, die auf die Lösung der spezifischen Bedingungen vor Ort zugeschnitten sind und über die Dauer des Wettbewerbs hinaus Bestand haben.
- Durch die Umsetzung von Maßnahmen steigen die Attraktivität und der Erholungswert der Dörfer. Die Qualität des Dorfs als Wohnstandort für Familien kann ebenso verbessert werden wie das Angebot für ältere Bewohner. Zusammen mit lokalen Unternehmen können die Weichen für eine gute wirtschaftliche Zukunft gestellt werden.
- Der Wettbewerb steigert die Bekanntheit der Dörfer und bietet den „Siegerdörfern“ die Chance, mit dem Titel, als besonderem Merkmal für ihren Ort, in der Region und im überregionalen Tourismus zu werben.
- Die Beteiligten erfahren, wie eine zukunftsorientierte Dorfentwicklung funktioniert, so dass sie sich auch an anderen Wettbewerben und Programmen erfolgreich beteiligen können.
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