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Pilze - mehr Tier als Pflanze??    
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Vegetarier aufgepasst: Pilze sind keine Pflanzen! Sie bilden neben dem Pflanzenreich (Flora) und dem Tierreich (Fauna) ein eigenes Reich: die Funga. Tatsächlich stehen Pilze stammesgeschichtlich und physiologisch sogar den Tieren näher als den Pflanzen; einige, wie die Schleimpilze, bewegen sich sogar und jagen Beute.

Jetzt im September und Oktober sind aber zumeist die Pilze die Gejagten, denn ihre Fruchtkörper tauchen überall in unseren Wäldern als schmackhaftes Erntegut auf. Aber wer von Pilzen nichts versteht, sollte sie lieber stehen lassen, wenn er welche beim Waldspaziergang entdeckt. Denn man kann viel falsch machen und dabei sich und die Natur schädigen. Viele Pilze stehen unter Artenschutz, einige sind giftig und mancher essbare ist leicht mit einem ungenießbaren Doppelgänger zu verwechseln, wenn man die spezifischen Merkmale nicht genau kennt. Allein im Saarland werden jedes Jahr ca. 20 Pilzvergiftungen gemeldet.

Der Pilzbestand in deutschen Wäldern geht schon seit Jahren teilweise stark zurück, beispielsweise der Pfifferling, ein hervorragender Speisepilz, der früher sehr häufig, aber heute nur noch gelegentlich im Wald anzutreffen ist. Dabei sind die Ursachen für den Rückgang noch nicht völlig geklärt. Sicher spielen neben der Übersammlung geänderte Umweltbedingungen eine schwerwiegende Rolle.

Grundsätzlich gilt die Regel: wenn sie sammeln, dann bitte nur so viel, wie sie für eine Mahlzeit benötigen. Lassen Sie unbekannte oder ungenießbare Pilze stehen, denn diese erfüllen wichtige Funktionen in der Waldgemeinschaft. Neben Bakterien können nur Pilze organische Materialien wie Laub und Altholz in anorganische Mineralien zerlegen - die wiederum dem Wald notwendige Nährstoffe zurückgeben. Wenn Sie auf Pilzsafari gehen wollen, dann nehmen Sie doch einfach mal eine Kamera mit und fotografieren Sie schöne Exemplare an Ort und Stelle, statt sie zu ernten. Und für eine Pilzmahlzeit können Sie sich doch auch mal im Laden oder auf dem Markt versorgen; vielleicht auf einem der saarländischen Bauernmärkte.

Sollten Sie aber dennoch Pilze aus dem Wald mitbringen, die Sie verzehren wollen, stehen Ihnen in fast jeder Stadt Pilzberatungsstellen zur Verfügung. Fragen Sie einfach mal in Ihrem Forstamt nach.

Wenn Sie nach dem Verzehr selbst gesammelter Pilze mögliche Vergiftungssymptome feststellen, zögern Sie nicht, zum Arzt zu gehen. Nützlich kann es in dem Fall sein, wenn Sie die Putzreste der Pilze aufbewahrt haben, damit diese noch nachträglich identifiziert werden können. Achtung: Speisepilze können wegen ihres hohen Eiweiß- und Wassergehaltes leicht verderben und dadurch ebenfalls zu Vergiftungen führen.


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