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Regionale Lebensmittel und fairer Handel - eine gute Kombination | ![]() |
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Mündige und konsumbewusste Verbraucher geraten möglicherweise gelegentlich in die Bredouille, wenn Sie vor einer Auswahl nachhaltiger Angebote stehen: sollen sie nun das regionale Produkt kaufen, um die ländliche Infrastruktur zu stärken und den Klimaschutz zu unterstützen oder legen sie lieber das fair gehandelte Produkt in den Einkaufskorb, um die Situation der Kleinbauern in der Dritten Welt zu verbessern? Der scheinbare Widerspruch löst sich allerdings schnell auf und offenbart sich als geniale Kombinationsmöglichkeit: was aus nachhaltiger regionaler Erzeugung stammt, ist eine ebenso schmackhafte wie sinnvolle Bereicherung des Speisplans. Hingegen gibt es andere Produkte des alltäglichen Bedarfs - beispielsweise Kaffee oder Tee - die nur aus Übersee importiert werden können; dann können Verbraucher oftmals zu fair gehandelten Produkten greifen. Die globalisierte Konsumwelt ist auf den Kopf gestellt. Früher deckte man den alltäglichen Bedarf saisonal mit regional erzeugten Lebensmitteln und besorgte sich im "Kolonialwarenladen" exotisches Obst oder Genussmittel. Heute wird im Supermarkt Lammfleisch aus Übersee, das 18.000km im Flugzeug gereist ist, billiger angeboten als solches aus heimischer Produktion, während wir industriell in Gewächshäusern produziertes Obst und Gemüse, welches eigentlich ursprünglich in Übersee zuhause ist, aus deutscher Produktion beziehen können. Das muss dem mündigen Verbraucher widersinnig vorkommen - zu Recht; allerdings fragt der freie und unkontrollierte Weltmarkt nicht nach Sinn oder Unsinn einer Maßnahme, sondern strebt nach Profiten im Rahmen der vorhandenen Gegebenheiten. Die Rechnung für die "verkehrte" Konsumwelt bezahlt jedoch am Ende immer der Verbraucher: Umweltschäden, Klimawandel, Ausbeutung und soziale Ungerechtigkeiten sind der Preis für Billigprodukte. Am 31.5. fand auf Initiative von InWEnt (Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH), dem Netzwerk Entwicklungspolitik Saarland und den Wirtschaftsjunioren Saar im "Atrium - Haus der Wirtschaftsförderung" in Saarbrücken ein Vortrags- und Diskussionsabend unter der Überschrift "Potentiale regional-fairer Produkte" statt. Vielleicht war dies im Saarland das erste größere Zusammentreffen von Vertretern des fairen Handels und der Regionalanbieter überhaupt. In jedem Fall war es der Startschuss für die Absicht einer engeren Zusammenarbeit. Regional-nachhaltige Erzeuger wollen sich zukünftig mit den Initiativen für fair gehandelte Waren stärker koordinieren und so die wirtschaftlichen, aber auch die moralischen Potentiale einer solchen Kooperation im Interesse der Verbraucher besser ausschöpfen. Quasi als Symbol für diese Zusammenarbeit ist bereits ein gemeinsames Produkt aus regional angebauten sowie fair gehandelten Zutaten in Planung. Man darf gespannt sein! |
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