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Regionalität und Selbstverständnis | ![]() |
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Die Identität einer Bevölkerung hängt sehr stark von der sie prägenden Region ab. Die kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Eigenheiten einer Region wirken sich daher unmittelbar auf das Selbstverständnis ihrer Bewohner aus.
Eine saarländische Identität ist historisch gesehen relativ neu - das Saarland ist eine Schöpfung des 20. Jahrhunderts - aber es gab immer ein regionales Selbstverständnis. So generiert sich die saarländische Identität letztlich als Mosaik aus den regionalen und lokalen Eigenheiten. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte haben die saarländischen Regionen manches Prägende einbüßen müssen. Bergbau und Stahlindustrie sind infolge der weltweiten Konkurrenz beinahe vollständig verschwunden, landwirtschaftliche Aktivitäten sind stark zurückgegangen oder konzentrieren sich punktuell, die Landschaft hat sich infolge Bebauung und Versiegelung, bzw. durch Rückzug und Brachlegung teilweise stark verändert und autarke Dorfgemeinschaften sind vielerorts durch Pendlersiedlungen ersetzt worden. Identitätsstiftende Merkmale verschwinden zusehends aus unserem Umfeld und es wird immer schwerer ein heimatliches Selbstverständnis zu entwickeln. Letztendlich sind die Dinge des alltäglichen Lebens die Definitionsgrundlage für unser Selbstverständnis, wobei wir in zunehmendem Maße Waren vom globalen Markt konsumieren, deren Herkunft und Zusammensetzung für den Verbraucher immer undurchschaubarer werden. Ebenso wie die lokalen Traditionen gegen "Events" globaler Prägung (Halloween!) eingetauscht werden, verschwinden auch die lokalen Güter vom Einkaufszettel und werden durch internationale Marken ersetzt. Regionen stärken heißt Identität zu stiften Es spricht an sich nichts dagegen, sich als "Weltbürger" zu fühlen, aber die Preisgabe der regionalen Identität zugunsten einer allgemeingültigen Internationalität bedingt die kulturelle Verarmung durch Angleichung an Allgemeingültiges, den wirtschaftlichen Niedergang durch Wegfall eigener Ressourcennutzung und den Verlust individueller Eigenständigkeit durch Aufgabe lokaler Gepflogenheiten. Aus diesem Grund ist es in einer Zeit der Globalisierung notwendig, historisch gewachsene regionale Gefüge zu bewahren und zu stärken und eine Lokalisierung als Gegengewicht zu manifestieren.
Derartige Projekte werden unter anderem durch das LEADER-Programm der EU gefördert und sollen primär dazu dienen, den lokalen Eigenbedarf an Grundgütern zu decken und sekundär, die lokale ländliche Wirtschaftskraft durch Überschussproduktion, die nach außen vermarktet werden kann, zu stärken.
Im günstigsten Fall resultieren daraus mehrere Effekte:
Die Förderung der ländlichen Entwicklung und der lokalen Warenmärkte ist keinesfalls folkloristisch motiviert. Es geht nicht darum, Besucher durch ein buntes Treiben aufs Land zu locken. Es geht aber darum, den gesellschaftlichen Abkopplungseffekt, der in den ländlichen Regionen infolge der Globalisierung um sich greift, zu stoppen und dem internationalisierenden Trend einen lokalisierenden entgegen zu stellen. Im Saarland haben sich 8 Regionen etabliert, darunter die 3 LEADER-Regionen
Biosphärenreservat Bliesgau und die 5 ILEK-Regionen |
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