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Saarbrücken, 2007-07-24

PRESSEINFORMATION

Vermarktungsseminar der Landwirtschaftskammer stieß auf große Resonanz

Auf Anregung verschiedener aktiver regionaler Verbrauchermärkte führte die Landwirtschaftskammer für das Saarland in Zusammenarbeit mit Vis à Vis - Stadt und Land: Nachbarn mit Zukunft (Regionen aktiv) ein Seminar zu dem Thema:

Möglichkeiten der lokalen und regionalen Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse durch.

Gut 50 Teilnehmer konnte Präsident Richard Schreiner am 06.06.07 im Parkhotel Finkenrech in Dirmingen begrüßen. In seiner Begrüßung betonte Schreiner, dass der Landwirtschaftskammer die Regionalvermarktung am Herzen liege, bietet sie den Landwirten doch eine Möglichkeit ihre Produkte zu höheren Preisen zu vermarkten und die Chance ein zweites Standbein für die Einkommenssicherung aufzubauen.

Während am Vormittag des Seminartages die Vermittlung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zur erfolgreichen Vermarktung im Vordergrund stand, ging es am Nach-mittag um Projekte der Regionalvermarktung im Lebensmitteleinzelhandel (LEH). Das Seminar bot zudem die Möglichkeit für Kontakt und Austausch zwischen den Erzeugern und den Vertretern des Handels.

Verbrauchertrends, Marktsituation und Marktchancen

Vermarktung findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern sie kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie auf Nachfrage trifft. Wichtig ist es für den Kunden zu produzieren und nicht am Markt vorbei. Dr. Hans-Georg Dreßler, Produkt + Markt Agribusiness Consulting stellte in seinem Vortrag Verbrauchertrends vor und die daraus resultieren-den Auswirkungen für die Erzeuger und den Handel. Er gab einen Überblick über die aktuelle Marktsituation sowie die Chancen der Regionalvermarktung.

Die Bevölkerung nimmt tendenziell ab, die Alterspyramide verschiebt sich mehr und mehr, die Haushalte werden immer kleiner. Dies verändert den Lebensmitteleinkauf, die Kochgewohnheiten sowie das Verzehrsverhalten. Für den Absatz der regionalen Produkte bedeutet dies u. a., dass insgesamt weniger Lebensmittel nachgefragt werden. Vorgefertigte Lebensmittel, Lebensmittel von hoher Qualität und hohem persönlichen Nutzen für den Verbraucher werden bevorzugt.

Der ursprünglichste Absatzweg für regionale Produkte ist die Direktvermarktung. Um die Marktanteile zu halten ist es jedoch unabläßlich die Direktvermarktung zu professionalisieren. Dazu gehören u. a. Positionierung am Markt, Sortimentsgestaltung, Öffnungszeiten, Warenpräsentation und Werbung.

Richtiges Marketing ist unverzichtbar für eine erfolgreiche Regionalvermarktung. Die Erläuterungen, warum ein Marketing-Plan wichtig ist, Marketingziele zu bestimmen sind und wie erfolgreiches Marketing-Mix aussehen kann, ließen die Teilnehmer aufhorchen.

Regionalvermarktung im LEH

Stefanie Klingler, Biosphärenzweckverband Bliesgau, stellte das Bliesgauregal vor. Dieses Regal ist bislang an 23 Standorten im LEH zu finden und bietet einen zusätzlicher Absatzweg für die Erzeuger des Bliesgaus. Für den Verbraucher bietet es den Vorteil ohne große Umwege Produkte gebündelt aus dem Bliesgau zu erhalten. Derzeit bieten 12 Erzeuger rund 70 verschiedene Produkte an.

Thomas Kühnle, EDEKA Handelsgesellschaft Südwest GmbH stellte die neue regionale Handelsmarke "Unsere Heimat - echt & gut" vor. Produkte aus vier Bundesländern, aus Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland werden hier unter einer Dachmarke vermarktet, wobei das einzelne Herkunftsland für den Verbraucher zu erkennen ist. Von anfänglich 29 Artikel von über 30 Lieferanten soll das Sortiment auf über 200 Artikel kontinuierlich entwickelt werden. Hierzu sucht Edeka noch Erzeuger, die mit ihren Produkten an diesem Vermarktungsprogramm teilnehmen wollen. Voraussetzung für die Belieferung ist die Auszeichnung der Produkte mit dem Qualitätszeichen des jeweiligen Bundeslandes.

Dieses neue, saarländische Qualitätszeichen stellte Katja Prinz, Ministerium für Umwelt, vor. Sie erläuterte u. a. auch die Vorteile, die die Vermarktung eines Produktes mit einem Qualitätszeichen bringt.

"Gutes von hier" heißt das neue Regionalvermarktungsprogramm der Globus-Verbrauchermärkte, welches von Dionysius Eisenbarth, GLOBUS SB-Warenhaus Holding GmbH & Co. KG vorgestellt wurde. Die Fa. Globus sucht für die neue Vermarktungskampagne lokale / regionale Lieferanten landwirtschaftlicher Erzeugnisse. In Frage kommen fast alle Produkte landwirtschaftlicher Erzeugung neben z. B. Obst und Gemüse, Eier, Geflügel, Spirituosen- selbst Heu für Heimtierbedarf.

Globus bietet den Erzeugern die Möglichkeit zunächst nur kleine Mengen zu liefern (nur für einen Globus-Verbrauchermarkt in der Nähe, auch saisonal begrenzte Waren) und bei Bedarf die Produktion zu erweitern. Die Teilnahme an einem Qualitätszeichen ist bislang nicht vorgeschrieben.

Bei der Vorstellung der beiden Regionalvermarktungsprogramme wurde von einigen Teilnehmern angemerkt, dass die Bündelung bzw. Bildung von Erzeugergemeinschaften von Vorteil sein könnte. Dies würde die Belieferung und Preisverhandlungen vereinfachen und es könnten viele kleine Erzeuger an diesen Vermarktungsprogrammen teilnehmen.

Fazit

Mehrere Studien belegen, dass als potenzielle Käufer von Regionalprodukten etwa 43% der Verbraucher in Frage kommen. Ausgehend von dem Anteil potenzieller Käufer liegen die ermittelten Marktanteile für regionale Produkte um 15%. Diese Chance gilt es von den Erzeugern zu nutzen.

Aufgrund der großen Resonanz dieses Seminars plant die Landwirtschaftskammer bei Bedarf weitere Fortbildungsveranstaltungen zu diesem Thema, evtl. in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen wie Bauernverband, Landfrauenverband anzubieten.

Ansprechpartner und weitere Auskünfte bei der Landwirtschaftskammer für das Saarland, Frau Barbara Müller-Schäfer 06881-928-208.

Über einen Beleg der Veröffentlichung würden wir uns sehr freuen.

Fotos von der Veranstaltung (Großformate sehen Sie nach Anklicken der kleinen Fotos)

























Kind 


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