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Die Beziehung zwischen Stadt und Land spiegelt eine historisch gewachsene, europäische Kulturtradition wider. Der soziale, kulturelle und materielle Austausch kommt beiden Lebensräumen zugute. In einer Zeit der allgegenwärtigen Globalisierung ist dieses eingespielte Gefüge aus dem Gleichgewicht geraten. Vor gar nicht allzu langer Zeit wurde der tägliche Lebenshaltungsbedarf in den ländlichen Regionen noch grundsätzlich lokal gedeckt: Das Brot vom Bäcker des Dorfes, Milch und Eier vom Hof in der Nachbarschaft und die Wurst vom ortsansässigen Metzger. Seit einigen Jahrzehnten findet aber ein Verdrängungswettbewerb statt, indem sich zentral gelegene Supermarktketten etablieren, die das ländliche Wirtschaftsgefüge massiv unter Druck setzen. Die Folge ist, dass zahlreiche Familienbetriebe in den Dörfern aufgeben mussten, weil die Kundschaft zur preiswerteren Konkurrenz mit dem größeren Warenangebot abgewandert ist. Die dörfliche Wirtschaftsgemeinschaft ist zusammengebrochen. Heute hat sich die Angebotsstruktur für den Verbraucher völlig geändert; es sind keine lokalen Erzeugnisse mehr, die den Großteil der Lebenshaltung ausmachen, sondern Produkte internationaler Konzerne, die in den Supermärkten gefunden werden. Das Brot kommt jetzt aus einer überregionalen Großbäckerei, Milch und Eier aus industriell organisierten Agrarbetrieben, die Teewurst vom anderen Ende der Republik und die Prinzessböhnchen aus Übersee. Häufig ist uns die Herkunft unserer täglich konsumierten Lebensmittel gar nicht mehr bekannt. Um die Lebensqualität beider Bereiche - Stadt und Land - wieder zu erhöhen, muss es ein Anliegen sein, dem Globalisierungstrend im lokalen und regionalen Umfeld entgegenzuwirken. Es ist daher von essenzieller Bedeutung, der saarländischen Bevölkerung Nutzen und Profit der historischen Partnerschaft zwischen Stadt und Land zu vermitteln. Regionalentwicklung Die Regionalentwicklung im Saarland wie anderswo hat einen starken Anschub durch öffentliche Fördermaßnahmen erhalten. Das LEADER-Programm der Europäischen Union ist dabei von zentraler Bedeutung. Der Begriff LEADER hat keineswegs, wie man zunächst annehmen könnte, seinen Ursprung im Englischen, sondern ist die Abkürzung für frz. Liaison entre actions de développement de l'économie rurale; zu deutsch: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. Seit 1991 werden von der EU unter diesem Begriff modellhaft innovative Entwicklungsansätze im ländlichen Raum gefördert. Historisch sind dabei vier Förderzeiträume zu unterscheiden:
LEADER+ war nicht nur eine bloße Fortsetzung von LEADER I und II, sondern zielte auf die Förderung qualitativ bemerkenswerter und gebietsspezifischer Strategien für die Entwicklung des ländlichen Raums ab.
Entsprechend dem Votum der Bewertungsjury wurden die Finanzmittel auf die saarländischen LEADER-Regionen aufgeteilt: Der Bliesgau bekam 2,5 Millionen Euro, der Warndt 1,7 Millionen Euro und das St. Wendeler Land 1,3 Millionen Euro zugesprochen. Darüber hinaus soll im Jahr 2010 noch eine leistungsgebundene Reserve in Höhe von 2,75 Millionen Euro an die Lokalen Aktionsgruppen vergeben werden. Insgesamt stehen für das LEADER-Engagement im Saarland von 2007 bis 2013 rund 8,25 Millionen Euro zur Verfügung. Die Europäische Union ist hieran mit 50 Prozent beteiligt. Stadt und Land: Nachbarn mit Zukunft
Aufgrund der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft können diese wichtigen Funktionen nur noch marginal erfüllt werden. Überproduktion und immer neue Lebensmittelskandale erzeugen in zunehmendem Ausmaß Probleme für Landwirtschaft und Verbraucher. Mit dem im Jahr 2001 vom Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft ins Leben gerufenen Wettbewerb "Regionen aktiv" reagierte die Politik auf diese Entwicklung. Sie rief ein Programm ins Leben, das die Wende im Agrarbereich einleitete, aktiv förderte und erlebbar machte. Das Saarland wurde 2001 von einer unabhängigen Jury als eine Modellregion für das Programm "Regionen Aktiv" ausgewählt - im Mai 2002 gründete sich in Saarbrücken der Verein "Vis à Vis - Stadt und Land: Nachbarn mit Zukunft e.V." als regionale Partnerschaft zur Umsetzung der Ziele des Programms innerhalb unserer Region. Im Zusammenhang mit den Zielsetzungen des Vereins, eine stärkere Vernetzung der ländlichen mit den urbanen Regionen zu erreichen, wurde diese Internetpräsenz geschaffen. Die Themenschwerpunkte von "Saarländlich" liegen in der natur- und umweltverträglichen
Landwirtschaft, der Stärkung der ländlichen Räume und dem Schutz der saarländischen Verbraucher.
"Saarländlich" unterstützt die Entwicklung von
Saarländische Verbraucher haben die Sicherheit, hochwertige Produkte aus der Region frisch auf ihren Tisch zu bekommen - dabei genießen sie das unvergleichliche Aroma regional typischer Produkte in einer großen Auswahl, passend zur jeweiligen Saison. Saarländische Landwirte erzielen durch naturnahen Anbau und Zucht heimischer Sorten und Rassen eine exzellente Qualität und sichern damit Ihre Einkommen. Dies erhält und schafft Arbeitsplätze in den kleinen und mittleren Betrieben unserer Region. Nicht nur Saarländer freuen sich über die einzigartigen heimischen Kulturlandschaften, deren Nutzwert unter anderem in der Bereitstellung gesunder Nahrungsmittel und ausgedehnter Erholungsräume besteht. Darüber hinaus profitiert die gesamte Region von positiven Effekten für unsere Umwelt. |
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