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Im Dezember 2008 hat das Saarländlich-Team eine zeitlich und räumlich begrenzte Verbraucherumfrage zum Thema "Regionale Lebensmittel" im Saarland durchgeführt.

(Lesen Sie dazu auch: Regionale Lebensmittel)

Insgesamt wurden dabei 50 Männer und Frauen an verschiedenen Standorten befragt: Dillingen (Santa-Lauf am 4.12.), Saarbrücken (Hauptbahnhof am 5.12.), Neunkirchen (Bauernmarkt am 12.12.), Saarlouis (Bauernmarkt am 13.12.) und Blieskastel (Nähe Naturkostladen Dauber am 15.12.).

Die Umfrage wurde in der Form durchgeführt, dass die Befragten jeweils mehrere Antwortmöglichkeiten zu einer Frage zur Auswahl hatten. In der Beantwortung waren die Befragten vollkommen autonom; so waren auch Mehrfachantworten zugelassen, selbst wenn diese nach Ansicht des Befragers widersprüchlich waren.

Die wichtigsten Ergebnisse finden Sie im Folgenden:



Frage: Sind Sie interessiert an Lebensmitteln
regionaler Herkunft?



Kein Interesse 2%, zu wenig Informationen 20%, lege grundsätzlich Wert auf RP 78%












Erfreulich und zugleich überraschend ist das große Bekenntnis zu regionalen Produkten, auch wenn es offenbar an Informationen mangelt.


Frage: Welche Lebensmittel aus nachfolgender Liste sind regionale Lebensmittel?


  • Schwarzwälder Schinken: 8%
  • Bliesgaumilch: 70%
  • Frankfurter Würstchen: 8%
  • Spreewaldgurken: 10%
  • Kopfsalat vom Wochenmarkt: 70%

Der Bekanntheitsgrad der Bliesgaumilch in der Region kann als Erfolg der regionalen Vermarktung gewertet werden.



Frage: Was gehört nach Ihrer Ansicht zu einem
regionalen Lebensmittel?


  • Regionaltypische Rezeptur: 44%
  • Herstellung in der genannten Region: 80%
  • Herstellung der Zutaten in der Region: 74%
  • Weiterverarbeitung und Herstellung des
    Endprodukts in der Region: 70%
  • Vermarktung in der Region: 56%

Bemerkenswert ist, dass die befragten Frauen mit über 87% die regionale Erzeugung der einzelnen Zutaten in der Region für wichtiger befanden als die Herstellung des eigentlichen Produkts (79%). Männer hingegen bewerteten regionale Erzeugung der Zutaten (53%), sowie Herstellung des Produkts allgemein (68%) geringer als ihre Partnerinnen.



Frage: Wie hoch muß nach Ihrer Ansicht
der Anteil regionaler Zutaten an einem
regionalen Lebensmittel sein?


weniger als die Hälfte 10%, zwischen 50-80% 54%, mehr als 80% 36%












Die große Mehrheit nimmt bei dieser Frage einen moderaten Standpunkt ein, aber eine starke Minderheit von immerhin 36% hat höhere Ansprüche an Regionalität.



Frage: Was verstehen Sie unter Region?


  • Ein geographisches Gebiet mit einer
    Verwaltungsgrenze: 20%
  • Ein geographisches Gebiet naturräumlicher
    Definition: 74%
  • Ein Gebiet mit festgelegtem Radius: 40%

Es waren mehrere Antworten erlaubt. Hier fielen die Antworten regional sehr unterschiedlich aus: während in Dillingen die Meinungen relativ gleichmäßig verteilt waren (27% - 53% - 33%), bekannte man sich anderswo ganz eindeutig zu einer naturräumlichen Definition; in Saarlouis beispielsweise zu 90% und in Saarbrücken bevorzugten sogar 100% der Befragten eine naturräumliche Definition ihrer Region.



Frage: Wo finden Sie regionale Lebensmittel?


  • Ich finde keine: 0%
  • In Hofläden: 70%
  • In Bio- oder Feinkostläden: 68%
  • Auf dem Wochenmarkt: 88%
  • Im Supermarkt: 26%

Jeder hat offenbar schon regionale Lebensmittel im Handel gesehen. Dass dabei Bio-/Feinkostläden und Hofläden vorrangig genannt werden, überrascht nicht. Erstaunlich ist aber, dass knapp 90% der Befragten davon ausgehen, dass regionale Lebensmittel auf Wochenmärkten zu finden sind. Dagegen erfreulich: gut ein Viertel der Angesprochenen kennt regionale Lebensmittel wohl auch aus den Supermärkten.



Frage: Sind nach Ihrer Meinung regionale Lebensmittel ausreichend als solche erkennbar?


  • Ja, der Hinweis "aus der Region" reicht mir: 18%
  • Ja, aber die entsprechende Region sollte noch
    deutlicher angegeben sein: 52%
  • Nein, aus den üblichen Kennzeichnungen geht nicht eindeutig
    hervor, was mit "regional" gemeint ist: 34%

Für nur 18% der Befragten ist die derzeitige Praxis akzeptabel. Ein Drittel der Antwortenden hält die jetzigen Kennzeichnungen sogar für komplett unzureichend. Völlig umgekehrt jedoch die Antworten der Verbraucher in Blieskastel (Bioladen): hier vetrauen 56% der Angabe "aus der Region" und nur 22% halten die Kennzeichnungen für unzureichend. Darin spiegelt sich ein großer Vertrauensvorschuss für den Biohandel wider. Ganz allgemein zeigen die Antworten auf diese Frage, wonach der Verbraucher sucht: nach Sicherheit beim Einkauf und nach vertrauenswürdigen Gewährsleuten.



Frage: Sollten regionale Lebensmittel durch klare - gesetzlich vorgeschriebene und genormte - Herkunftsangaben gekennzeichnet sein?


  • Nein, das ist überflüssig; die Herkunft ist für mich
    nicht von Interesse: 2%
  • Eine Kennzeichnung der Herkunft ist schon
    wünschenswert - aber dafür brauchen wir
    keine gesetzlichen Bestimmungen;
    Händlerangabe ist ausreichend: 40%
  • Ja, es sollte eine klar definierte gesetzliche
    Kennzeichnungspflicht mit Herkunftsnachweis
    für "regional" bezeichnete Lebensmittel geben,
    damit für alle Klarheit herrscht: 60%

Bei Unsicherheit konnten mehrere Antworten angekreuzt werden - daher die 102% Gesamtantworten. Ein ganz klares Votum: Alle Befragten wünschen sich mehr Verbrauchersicherheit und die Mehrheit von 60% ist der Überzeugung, dass dies nur mit gesetzlichen Maßnahmen zu erreichen ist.



Frage: Würden Sie Mehrkosten/Mehraufwand in Kauf nehmen, wenn Sie dafür ein gemäß gesetzlichen Normen gekennzeichnetes Regionalprodukt bekämen?


nein 10%, von Fall zu Fall 50%, ja 40%












10% antworteten "Nein, das ist es mir nicht wert"; 50% meinten "Ich würde von Fall zu Fall abwägen, ob für mich das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt; 40% waren der Meinung: "Ja, denn für mich ist eine Herkunftsbezeichnung und ein 'regionales Prädikat' ein Qualitätsmerkmal". Ein klares Votum!


Frage: Welche besonderen Eigenschaften sollte ein regionales Lebensmittel mitbringen?


Arbeitsplätze 90%, schadstofffrei 90%, Tierschutz 80%, gentechnikfrei 92%, biologisch 70%, frisch 88%












Die Antwortmöglichkeiten waren im Einzelnen: es sollte...
...heimische Arbeitsplätze sichern...
...geringe oder keine Schadstoffe aufweisen...
...nach besonderen Kriterien bezüglich Tierschutz
und Pestizideinsatz hergestellt sein...
...gentechnikfrei sein...
...nach biologischen Richtlinien hergestellt sein...
...besonders frisch sein...

Die hohen Werte belegen die ebenso hohe Erwartungshaltung an regionale Erzeugnisse. Insbesondere legen Verbraucher offensichtlich Wert auf gentechnikfreie Lebensmittel und erwarten gerade bei regionalen - produktionstechnisch nachvollziehbar erzeugten - Waren ein entsprechendes Bekenntnis.


Frage: Möchten Sie zukünftig mehr (klar als solche erkennbare) regionale Lebensmittel zur Auswahl in Märkten/Geschäften vorfinden?


  • Nein, ich finde das Angebot bereits ausreichend: 2%
  • Ja, es ist schön, eine größere Auswahl an
    regionalen Produkten zu haben: 44%
  • Ja, ich hoffe sehr, dass unterschiedliche regionale
    Erzeugnisse in Zukunft zum festen Warenangebot
    in allen möglichen Geschäften gehören: 64%

Die große Mehrheit der Befragten fände es nicht nur "schön", eine größere Auswahl an regionalen Erzeugnissen zu haben, sondern erwartet geradezu, dass hier ein festes und verlässliches Warenangebot geschaffen wird.



Fazit:
Der saarländische Verbraucher besitzt ordentliche Kenntnisse zum Thema und hat eine hohe Erwartungshaltung gegenüber regionalen Lebensmitteln. Vorherrschend ist der Wunsch nach größerer Verbrauchersicherheit und die Hoffnung auf ein vielfältiges und verlässliches Warenangebot. Das resultiert aus einem erheblichen Vertrauensvorschuss gegenüber regionalen Erzeugnissen.






















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